Spagat

Spagat zwischen Bergen und Stadien

Es wird sich vielleicht rumgesprochen haben, das der „ Schwan" zwischen zwei Welten, dem Bergsteigen und dem Laufsport herumspringt.
So auch im Jahr 2012.
Im März diesen Jahres, wurde ich gefragt an einer Expedition zum kältesten Berg der Erde, dem Mt.McKinley teilzunehmen.
Die Krux war, die Entscheidung müsse schnell fallen, es sollte Anfang Mai losgehen.
Sollte ich es machen. Fit bin ich!  Die Ausrüstung hab ich!
Was sagt meine Partnerin? Sie schloss es für sich von vornherein aus –zu kalt- !!!
Und meine Entscheidung ? Eigentlich wollte ich in diesen Sommer, ordentliche Zeiten und Platzierungen bei der „Heim-Deutschen Meisterschaft in der Leichtathletik" in Erfurt bringen.  Da heißt es, vorbereiten und Trainingspläne einhalten.
Und nun diese Entscheidung. Mt.McKinley, ein Mythos, einer der Seven Summits, ein „Weltberg".
Deswegen doch meine Entscheidung: Ich mache mit und werde sehen, ob ich trotzdem an den Meisterschaften in Erfurt teilnehmen kann.
Am 8.Mai ging es dann los, Start zur Expedition auf dem Denali, so der richtige Name in der Sprache der Ureinwohner Alaskas. Über dem Verlauf und die Ereignisse dieses kräftezerendes Abenteuers in der arktischen Bergwelt der Alaska Range, werde ich in Diavorträgen im November/Dezember berichten.
Wieder in Deutschland angekommen, hatte ich erst einmal mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und mein Vorhaben, Deutsche Meisterschaft, rückte in weite Ferne. Mitte Juni sollte es dann langsam wieder gehen. Mir fehlten halt die notwendigen Kilometer und Trainingseinheiten, um solch einen Wettkampf richtig schnell zulaufen. Ich wollte mich trotz allem, auf meinen Paradedisziplinen, den 800m und 1500m zur Heim DM am 14. Und 15.07. stellen. So wurde der Lauf über die 1500m zum totalen Desaster.
Fehlende Tempohärte und Stehvermögen zwangen mich zur Aufgabe. Was sollte ich machen? Macht ein Start über 800m Sinn?
Es sind immerhin Deutsche Meisterschaften.
Egal ! Ich versuche das Beste daraus zu machen.
Sonntag dann der Lauf. Eigentlich lief es anfangs gar nicht so schlecht und ich lag bis 600m aussichtsreich auf Platz 3. Doch dann kamen wieder der „McKinley". Wieder zeigten sich die Trainingsdefizite und ich konnte nicht in den Kampf um die Medallien eingreifen. Ich fiel auf Rang 6 zurück.
Sollte ich zufrieden sein? Eigentlich nicht. Oder?
Konnte mit dem fehlenden Training und den Strapazen am Eisberg mehr heraus kommen?
Ist mir der Spagat gelungen?
Dies kommt dann wohl auf das Anspruchsdenken und die Sichtweise an.